Marx vs Foucault

marxvsfoucault

Vortrag und Diskussion mit Werner Seppmann

10/11/2014, 19:45Uhr
Hörsaal B, unicampus

Was ist kritisches Denken?

Kritische Selbstansprüche sind weit verbreitet. Es gibt kaum Stellungnahmen in Wissenschaft und Kultur, die sich nicht als „kritisch“ darzustellen wüßten. Aber wird auch nur ansatzweise gehalten was versprochen wird? Geht man der Sache auf den Grund, wird schnell deutlich, dass nur selten die Selbdeklarationen mit entsprechenden theoretischen Anstrengungen korrespondieren.

In exemplarischer Weise ist das bei der „Machttheorie“ Foucaults der Fall, die in aller Munde ist und von der behauptet wird, dass sie der marxistischen Gesellschaftskritik überlegen sei. Aber kann davon wirklich die Rede sein, wenn durch den theoretischen Ansatz Foucault es gleichzeitig tabuisiert wird, über konkrete Machtstrukturen zu reden: Weder werden sie empirisch ausgeleuchtet, noch die tatsächlichen Formen der Herrschaftsreproduktion thematisiert.

Von Werner Seppmann ist zum Thema u.a. das Buch „Das Ende der Gesellschaftskritik. Die Postmoderene als Realität und Ideologie“ (2000) erschienen. 2015 erscheint: „Was ist kritisches Denken. Zwischen Marx und Foucault“.

Werner Seppmann (geb. 1950) hat nach Berufstätigkeit und »zweitem Bildungsweg« Sozialwissenschaften und Philosophie studiert. Langjährige Zusammenarbeit mit Leo Kofler. Ehemaliges Vorstandsmitglied der Marx-Engels-Stiftung. Ehemaliger Mitherausgeber der Marxistischen Blätter. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Sozialstrukturanalyse, Marxismusforschung, Dialektischen Philosophie, Ideologietheorie, Kritischen Gesellschaftstheorie, Klassenanalyse und Kultursoziologie.
Wichtigste Veröffentlichungen: Struktur und Subjekt (1991), Subjekt und System (1993), Dialektik der Entzivilisierung (1995), Gescheiterte Moderne? (2002), Die Aktualität der Kapitalismuskritik (2002), Ausgrenzung und Ausbeutung (2004), Krise ohne Widerstand? (2010), Die verleugnete Klasse – Arbeiterklasse heute (2011), Risiko-Kapitalismus : Krisenprozesse, Widerspruchserfahrungen und Widerstandsperspektiven (2011), Subjekt und System – Der lange Schatten des Objektivismus (2011), Dialektik der Entzivilisierung. Krise, Irrationalismus und Gewalt (2011).

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